Inca ist eine Gemeinde auf der spanischen Baleareninsel Mallorca.
Lage
Die rund 59 km² große Gemeinde liegt in der Region Raiguer, an den Südosthängen der Serra de Tramuntana. Zur südwestlich gelegenen Inselhauptstadt Palma sind es rund 30, nach Alcúdia im Nordosten etwa 25 Kilometer.
02Geschichte
Erste Siedlungen stammen aus der Zeit der Talayot-Kultur (13. bis 2. Jahrhundert v. Chr.), diese wurden später von den Römern bewohnt, als sie die Insel besetzten. Während der maurischen Epoche war die Stadt unter dem Namen ‘Inkán’ bekannt.
Viele Jahre befand sich in Inca ein jüdisches Viertel, ehe es während anti-jüdischer Pogrome 1391 zerstört wurde. Zu der Geschichte des Viertels siehe Jüdisches Viertel von Inca (Mallorca).
Inca ist eine Gemeinde auf der spanischen Baleareninsel Mallorca.
Einwohnerentwicklung
Inca zählt 36.262 Einwohner (Stand: 2025). Die Kernstadt hatte 2008 27.478 Einwohner. Im Jahr 2006 betrug der Ausländeranteil der Gemeinde Inca 14,6 % (3.977), der Anteil deutscher Einwohner 0,5 % (136).
Die Pfarrkirche Santa Maria la Major in Inca mit ihrem hohen Glockenturm.Karte der Gemeinde Inca in der Comarca Raiguer auf Mallorca
Partnerstädte
Inca hat zwei Partnerstädte: Telpaneca im Departamento Madriz in Nicaragua sowie Lompoc in US-Bundesstaat Kalifornien.
03Wirtschaft
Die Region des Raiguer und im Besonderen die Stadt Inca sind als Zentrum des Schuh- und Lederhandwerks auf Mallorca bekannt. Die Schuhmacherzünfte sind die ältesten auf Mallorca und datieren zurück bis zur katalanischen Eroberung der Insel im 13. Jahrhundert. Das Leder- und Schuhhandwerk hat sich in dieser Stadt zu Industrieunternehmen von internationalem Ruf entwickelt: Camper, George’s, Barrats, Munper, Asinca, Kollflex, Farrutx, Lottusse und
Fluxà die 1956 das Reiseunternehmen Iberostar gegründet haben, sind hier nur einige bekannte Beispiele.
Schienenverkehr
Inca hat seit 1875 einen Bahnhof. Dieser war zu Beginn Endbahnhof der Strecke Palma–Inca, später wurde die Strecke weiter Richtung Manacor und Sa Pobla gebaut. Der Bahnhof in Inca entwickelte sich zu einem der wichtigen Bahnhöfe für Personenverkehr und Güterumschlag. Von den Stilllegungen in den 1960er Jahren verschiedener Bahnstrecken auf Mallorca war er jedoch nicht betroffen, dennoch ging das Verkehrsaufkommen zurück. Erst mit der Modernisierung in den 1990er Jahren und der Elektrifizierung 2012 wurde das Angebot wieder attraktiver und stärker genutzt.
Der heutige Bahnhof Inca liegt südwestlich der Altstadt und verfügt über drei Bahnsteiggleise, die dem planmäßigen Personenverkehr dienen. Von dort kann man dreimal pro Stunde Richtung Palma sowie einmal stündlich Richtung Manacor und Sa Pobla reisen.
Straßenverkehr
Inca liegt an der Autopista Ma-13 von Palma nach Alcúdia und ist damit gut an das Straßennetz der Insel Mallorca angebunden. Über eine Vielzahl weitere Landstraßen gelangt man in alle Teile der Insel.
Vom zentralen Busbahnhof nahe dem Bahnhof und einigen weiteren Bushaltestellen aus verkehren Busse in das Umland sowie zu den großen Touristenzentren.
Bauwerke
Pfarrkirche Santa Maria la Major d’Inca ist eine typische Barock-Kirche der Insel Mallorca. Kurz nach der Eroberung Mallorcas wurde die einfache Pfarrkirche Santa Maria d'Inca im Jahre 1248 erbaut. Die heutige Kirche Santa Maria la Major (18. Jahrhundert) ist jedoch das dritte an dieser Stelle erbaute Gotteshaus.
Convent de Sant Domingo, Dominikanerkloster
Kirche Sant Francesc
Hieronymitinneen-Kloster San Bartolomé
Wachsfigurenkabinett Museo de cera
Regelmäßige Veranstaltungen
Markt und Landwirtschaftsmesse die Fira „Dijous Bo“ (deutsch: Fetter Donnerstag) mit oft mehr als 100.000 Besuchern, findet jeweils am 2. Donnerstag im November statt.
04Persönlichkeiten
Gabriel Llompart y Jaume Santandreu (1862–1928), katholischer Geistlicher; wurde in Inca geboren
Gabriel Buades i Pons (1903–1938), Politiker, spanischer Pazifist und Opfer der Unterdrückung in der Franco-Zeit während des Bürgerkriegs; wurde in Inca geboren
Günther Bollhagen (1927–2014), deutscher Hörfunksprecher, -moderator und Komponist; verstarb in Inca
Gabriel Busquets Aparicio (* 1950), spanischer Diplomat
Pere Pou i Llompart (* 1963), spanischer Sänger; wurde in Inca geboren.
Blick von Südosten auf Inca auf Mallorca mit umliegenden Bergen.Bahnhof in Inca mit einem Elektrotriebwagen auf dem Weg nach PalmaGruppe roter mallorquinischer Schafe bei der Dijous Bo Messe in Inca, Mallorca.Kloster der klösterlichen Schwestern in Inca mit Blick auf die Fassade und den InnenhofEckhaus eines Hauses an der Kreuzung von Carrer del Bisbe Llompart und Carrer dels Malferits in Inca
Häufige Fragen
Wie komme ich am besten nach Inca?
Inca ist gut erreichbar, da es an der Hauptautobahn MA-13 liegt, die Palma mit dem Norden der Insel verbindet. Zudem gibt es eine Bahnstation, die Verbindungen nach Palma und anderen Städten bietet. Auch Busse fahren regelmäßig nach Inca. Der Flughafen Palma ist etwa 35 Kilometer entfernt.
In Inca gibt es viele Sehenswürdigkeiten, darunter die Pfarrkirche Santa Maria la Mayor mit ihrem beeindruckenden Glockenturm und die historische Ermita de Santa Magdalena auf dem Puig de Santa Magdalena. Auch der alte jüdische Stadtteil und der Cuartel General Luque sind besuchenswert.
Die Geschichte von Inca reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Es gab bedeutende Siedlungen der Talayot-Kultur und später eine römische Ansiedlung. Während der islamischen Herrschaft war Inca ein wichtiger Handelsplatz. Die Stadt erlebte während der Eroberung durch Jaime I im 13. Jahrhundert einen Wendepunkt.
Dijous Bo ist das wichtigste Fest in Inca, das jedes Jahr am vierten Donnerstag nach San Lucas gefeiert wird. Es handelt sich um einen großen Markt, der Besucher von der ganzen Insel anzieht. Neben dem Markt gibt es kulturelle, sportliche und gastronomische Aktivitäten.
In Inca gibt es viele Restaurants, die traditionelle mallorquinische Küche anbieten. Besonders empfehlenswert sind lokale Spezialitäten wie Sobrasada und Ensaimada. Auch die Atmosphäre während der Feierlichkeiten, wie dem Sopar a la Fresca, ist ein tolles Erlebnis.
Inca ist bekannt für seine Schuhindustrie, die international tätig ist. Unternehmen wie Camper und Lottusse haben hier ihren Sitz. Auch die Textil- und Lederindustrie spielt eine bedeutende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.
Die Ermita de Santa Magdalena ist eine gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die auf dem Puig de Santa Magdalena liegt. Sie ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und bietet einen herrlichen Blick auf Inca und die umliegenden Berge.
Inca hat eine Bevölkerung von etwa 36.262 Einwohnern. Diese Zahl zeigt das Wachstum und die Entwicklung der Stadt im Laufe der Jahre, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, als die Stadt wuchs und sich industrialisierte.
Was kann ich über die Pfarrkirche Santa Maria la Mayor wissen?
Die Pfarrkirche Santa Maria la Mayor ist ein beeindruckendes Beispiel barocker Architektur, deren Bau im 14. Jahrhundert begann. Der Glockenturm ist besonders markant und prägt das Stadtbild von Inca. Die Kirche hat eine lange Geschichte und viele Renovierungen durchlaufen.
Ja, Inca hat jeden Donnerstag einen beliebten Wochenmarkt, auf dem frische Produkte, lokale Spezialitäten und Handwerkskunst angeboten werden. Dieser Markt ist ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in der Stadt und zieht viele Besucher an.